Wie werden Privatinsolvenz Forderungen für das Insolvenzverfahren ermittelt?

Zu Beginn des Einigungsversuchs gemäß § 305 InsO, der vor einem Privatinsolvenzverfahren durchzuführen ist, sind die Privatinsolvenz Forderungen zu ermitteln, die sich gegen den betroffenen Schuldner richten. Der betroffene Schuldner hat meistens einen Überblick über die gegen ihn bestehenden Darlehen, einen Überblick über offene Rechnungen und negative Kontostände. Zur Ermittlung der Forderungen für die Privatinsolvenz bzw. für den Einigungsversuch reicht es daher vollkommen aus, wenn zu jeder Forderung ein Schreiben vorliegt, zum Beispiel eine Mahnung, ein Kontoauszug jedes Darlehens, eine Rechnung, oder Mahnbescheide und Vollstreckungsbescheide. Wenn Forderungen von Inkassounternehmen beigetrieben werden, so ist ausschließlich ein Schreiben des Inkassounternehmens notwendig. Mithilfe dieser Unterlagen können die Forderungen für die Privatinsolvenz ermittelt werden. Sofern Sie hier vom Team der Anwaltskanzlei Heckmann und von Herrn Rechtsanwalt Jan Heckmann persönlich die Privatinsolvenz eröffnet bekommen möchten, bzw. einen Vergleich anstreben, so ist die Einreichung dieser Unterlagen vollkommen ausreichend. Mehr Unterlagen werden hier nicht benötigt.

Was ist jedoch, wenn Forderungen unbekannt sind?

Oft haben Schuldner den Überblick verloren bzw. über eine gewisse Zeit nicht mehr auf Mahnschreiben und Androhungen von Inkassounternehmen und Banken reagiert, sondern diese entsorgt. Gegebenenfalls ist der Schuldner auch umgezogen und hat die Post selbst nicht mehr erhalten?

Wie können dann Forderungen für die Privatinsolvenz ermittelt werden?

Zunächst gibt es Auskunfteien die verpflichtet sind, die über eine Person gespeicherten Daten dieser Person bekannt zu geben, § 34 DBSG. Daher führt das Anschreiben der Auskunfteien oft bereits zu diversen unbekannt gewordenen Gläubigern und deren Forderungen. Musteranschreiben und die größten Auskunfteien finden Sie unten.
Neben den Auskunfteien gibt es zudem noch ein öffentliches Schuldnerverzeichnis. Bis zum 31.12.2012 wurde dieses bei den Amtsgerichten des Wohnorts des Schuldners geführt. Aus diesem Grund ist auch hier eine Anfrage sinnvoll. Seit dem 1. Januar 2013 gibt es ein bundesweites einheitliches Schuldnerregister in dem sämtliche Vollstreckungsversuche und schuldnerrelevante Eintragungen – wie die Eröffnung einer Privatinsolvenz – vermerkt werden. Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis kann der vollstreckende Gerichtsvollzieher geben. Die Daten der alten Schuldnerverzeichnisse von den Amtsgerichten, die bis zum 31. Dezember 2012 dort geführt wurden, wurden nicht in das neue bundesweite elektronische Schuldnerverzeichnis übernommen. Aus diesem Grund sind beide Anfragen, die bei dem örtlichen Gericht, wie auch die beim überregionalen Schuldnerverzeichnis über den Gerichtsvollzieher sinnvoll.

Mit diesen beiden Ermittlungsmethoden sind die meisten Forderungen gegen einen Schuldner ermittelbar. Allerdings sind Forderungen von nicht institutionellen Gläubigern – also zum Beispiel private Vermieter, Arbeitgeber, Behörden und Gläubiger, die sich keines Inkassounternehmens bedienen – nicht zwangsläufig in den Registern zu finden, da bei dierser Art von Forderungseinzug keine Eintragung erfolgt. Nur wenn ein Gläubiger die Zwangsvollstreckung betreibt ist die Forderung auch im Schuldnerverzeichnis zu finden.

Der Schuldner hat für die Forderungen in der Privatinsolvenz bzw. für die Vollständigkeit der Forderungen Sorge zu tragen. Es ist nicht zwangsläufig erforderlich, dass alle Forderungen einbezogen werden. Die Restschuldbefreiung in der Privatinsolvenz erfasst sämtliche Forderungen gegen den Schuldner. Der Schuldner muss nur darlegen können, dass er mit größter Sorgfalt sämtliche gegen ihn bestehenden Forderungen ermittelt hat. Wenn dann doch eine Forderung „unter den Tisch fällt” ist dies für die Restschuldbefreiung unschädlich.

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?

Sie erhalten auf Wunsch ein Musterschreiben an Auskunfteien und Schuldnerverzeichnis, sowie eine Liste der größten Auskunfteien, nehmen Sie einfach Kontakt mit dem Team der Kanzlei und mit Rechtsanwalt Jan Heckmann persönlich auf.
Egal, ob Sie selbst betroffen sind oder einfach nur weiterführende Fragen haben, das Team der Anwaltskanzlei Heckmann und Rechtsanwalt Jan Heckmann persönlich helfen Ihnen gerne weiter – deutschlandweit – gleichgültig, ob Sie in Berlin wohnhaft sind oder z.B. eine Schuldnerberatung in Köln wünschen. Rufen Sie uns einfach unverbindlich an (Tel.: (030) 4050 4030) oder nehmen Sie bequem online Kontakt zu uns über das Kontaktformular auf. Gemeinsam finden wir eine Lösung für Ihr Problem!