Kosten der anwaltlichen Schuldnerberatung

Wie bei den Anwaltskosten im Allgemeinen erläutert, untergliedern sich die Kosten des Rechtsanwalts in verschiedene Gebührenarten, siehe dort.

Anwaltskosten für die Schuldnerberatung und die Einleitung der Privatinsolvenz

Für die anwaltliche Schuldnerberatung werden hier entgegen dem Grundsatz, dass normalerweise Anwaltsgebühren nach dem Wert bestimmt werden, keine Wertgebühren abgerechnet, sondern grundsätzlich Pauschalen vereinbart. Die Kosten der anwaltlichen Schuldnerberatung können aus ersparten Raten gezahlt werden, so dass am Ende keine Mehrbelastung für den Mandanten entsteht. Die Pauschalen liegen aufgrund der Spezialisierung oft unter den gesetzlichen Gebühren.

Für die Tätigkeit der Schuldnerberatung kann auch ein Beratungshilfeschein für den Zweck: ” Einigungsversuch gemäß § 305 InsO” vom Amtsgericht des Wohnortes vorgelegt werden – dann ist die Beratung und das gesamte Entschuldungsverfahren bis auf eine Gebühr von 15,- EUR von Kosten befreit.

Anwaltskosten für die Rechtsvertretung gegenüber Dritten

Für die Vertretung gegenüber Dritten, also für die Wahrnehmung eines Rechtsgeschäfts, fällt die sogenannte Geschäftsgebühr an. Das ist immer dann der Fall, wenn wir mit anderen kommunizieren und den Willen des Schuldners gegenüber Dritten regeln und durchsetzen. Diese Geschäftsgebühr richtet sich, wie oben ausgeführt, nach dem Wert des Gegenstands, siehe § 2 RVG.

Insbesondere in Insolvenzsachen wäre eine Abrechnung nach den Wertgebühren jedoch kaum realistisch. Der Schuldner ist ja gerade in einer Situation, da er die gegen ihn gerichteten Verbindlichkeiten nicht mehr voll ausgleichen kann. Die Schuldenhöhe stellt daher hier nicht den Wert des Gegenstands dar, es wird grundsätzlich eine pauschale Vergütung für eine Tätigkeit, die auf ein Ziel gerichtet ist (Restschuldbefreiung) vereinbart. In Insolvenzsachen bzw. in sämtlichen Schulden betreffende Angelegenheiten werden diese festen Gebühren unabhängig vom Gegenstandswert vereinbart, diese liegen aufgrund der Spezialisierung oft weit unter gesetzlichen Gebühren. Unsere Routine schafft Möglichkeiten eines effektiven Mandatsverlaufs, der geringere Gebühren möglich macht.

Beratungshilfe beim Amtsgericht beantragen

Sollte der Mandant sehr geringes Einkommen haben oder etwa Sozialhilfe bzw. Arbeitslosengeld II beziehen, kann dieser beim Amtsgericht des Wohnortes einen Beratungshilfeschein beantragen. Wir werden dann gerne gegen eine Beratungshilfegebühr von 15,- EUR ohne Erhebung weiterer Gebühren tätig.
P.S.: Tipps zur Beantragung von Beratungshilfe gibt es hier: akademie.de

Anwaltskosten für die Vertretung im Insolvenzverfahren vor Gericht

In gerichtlichen Verfahren dürfen Gebühren nicht vereinbart werden, siehe hier.

Allerdings kann die Beratung des Schuldners während des gesamten Insolvenzverfahrens für eine geringe monatliche Pauschale übernommen werden; in diesem Zusammenhang wird dann auch sämtliche Post vom Insolvenzgericht entegen genommen und für den Mandanten erläutert.