Insolvenztabelle

In der Insolvenztabelle werden die Forderungen der Gläubiger gegen den Schuldner zum Zeitpunkt der Insolvenzverfahrensöffnung aufgenommen und somit amtlich angemeldet, damit diese im Insolvenzverfahren berücksichtigt werden.

Die Insolvenztabelle ist also die amtliche Auflistung bestehender Verbindlichkeiten des Schuldners zum Zeitpunkt der Insolvenzverfahrenseröffnung.

In der Praxis existiert eine, durch den Insolvenzverwalter (oder bis zum 30.6.2014 auch durch den Treuhänder) erstellte Liste, die sämtliche angemeldeten Forderungen der Insolvenzgläubiger auflistet. Diese Liste wird als Tabelle mit gewohnheitsmäßig sechs bis zehn Spalten dargestellt, die sog. Insolvenztabelle, mit der die Forderungen der einzelnen Gläubiger festgestellt werden (§§ 174 InsO ff.).

In der ersten Spalte der Insolvenztabelle bekommt jede Forderung in der Regel eine eigene Nummer, in der zweiten ist für gewöhnlich der Forderungsinhaber benannt, in der dritten Spalte der Insolvenztabelle der Vertreter des Forderungsinhabers. Danach folgt die angemeldete Forderung und der entsprechende Vermerk des Treuhänders/Insolvenzverwalters, inwieweit er diese Forderung anerkennt bzw. anerkannt hat. Schließlich sind ggf. weitere Felder für die Forderungen der Insolvenztabelle vorgesehen, unter anderem ein Feld, in dem vermekt wird, ob diese aus dem Rechtsgrund der vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung stammen, § 175 Abs. 2 InsO.

Insolvenztabelle

Beispiel einer Insolvenztabelle -
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Neben dieser tabellarischen Auflistung der Forderungen liegt der Insolvenztabelle zu jeder einzelnen Forderung spezieller Auszug bei, der für vollstreckbar erklärt werden kann. Sofern die Forderung auf der Insolvenztabelle als eine Forderung aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung markiert ist, unterliegt diese Forderung nicht der Restschuldbefreiung, § 302 InsO.

Insolvenztabelle Forderung

Beispiel eines Foderungsblatts aus der Insolvenztabelle -
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Ablauf der Forderungsanmeldung für die Insolvenztabelle

Die Feststellung der Forderungen der Insolvenztabelle obliegt dem Insolvenzgericht und wird durch den Treuhänder/Insolvenzverwalter geprüft. Faktisch zeigen sämtliche Gläubiger nach entsprechender Aufforderung des Insolvenzverwalters/Treuhänders bzw. nach Kenntniserlangung der Insolvenz aus Insolvenzverzeichnissen (z.B. www.Insolvenzbekanntmachungen.de) ihre Forderungen dem Insolvenzverwalter/Treuhänder an, der – sofern entsprechende Belege der Anmeldung beigefügt wurden – die angemeldeten Forderungen dann zur Insolvenztabelle feststellt.
Falls keine Feststellung zur Insolvenztabelle erfolgt, können Gläubiger auf Feststellung klagen
(§ 174 InsO). Für den Fall, dass Gläubiger die Forderung, als Forderung aus vorsätzlich begangener unerlaubter Handlung anmelden, kann nur der Schuldner diesem Forderungsgrund widersprechen. Dies kann der Schuldner nur im Prüfungstermin tun – wenn das Verfahren nicht schriftlich durchgeführt wird – weswegen dem Insolvenzschuldner grundsätzlich geraten wird zum entsprechenden Termin des Gerichts zu gehen.

Mit der Insolvenztabelle werden also sämtliche Forderungen gegen den Schuldner zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens rechtskräftig festgestellt oder eben nicht festgestellt.

Sofern ein Gläubiger einer Forderung diese nicht rechtzeitig zum, durch das Gericht gesetzten Termin angemeldet hat, so kann jederzeit – bis zur Aufhebung des Insolvenzverfahrens – die Forderung nachträglich angemeldet werden. Hier ist gegebenenfalls eine geringe Prüfungsgebühr für das zu späte Melden zu entrichten (unter 20,- Euro).

Mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens wird die Insolvenztabelle „geschlossen“. Diese stellt dann eine entsprechende Auflistung der Forderungen gegen den Insolvenzschuldner dar, ausgenommen der so genannten Masseverbindlichkeiten.
Masseverbindlichkeiten sind Forderungen, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner entstanden sind. Aufgrund dieser Unterscheidung zwischen Insolvenzforderungen und Masseverbindlichkeiten ist bei Dauerschuldverhältnissen und anderen regelmäßig wiederkehrenden Zahlungsverpflichtungen ein genauer Punkt zur Unterteilung dieser Forderungen zu setzen. Beispielsweise ist bei der Verfahrenseröffnung der Strom und der sonstige Verbrauch abzulesen, da Kosten dafür vor der Eröffnung zur Insolvenztabelle enstehen und nicht mehr bedient werden müssen bzw. gegebenenfalls am Ende mit einer minimalen Quote bedient werden. Die Kosten für den Stromverbrauch, der nach Insolvenzeröffnung erfolgt, sind als Masseverbindlichkeit weiter durchsetzbar.

Ebenso wird bei Steuerschulden unterschieden. Diese werden für den Zeitpunkt vor der Eröffnung berechnet und als Insolvenzschulden zur Insolvenztabelle gezählt oder – insoweit diese nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind – als Masseschulden und somit als Schulden die nicht der Restschuldbefreiung unterliegen.

Die Insolvenztabelle ist daher ein ganz wesentliches Instrument der InsO (Insolvenzordnung) zur Feststellung der sich gegen den Schuldner richtenden Forderungen bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

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