Der Ablauf der Privatinsolvenz

Der Privatinsolvenz Ablauf ist in der Insolvenzordnung (InsO) geregelt. Gemäß § 305 InsO ist zunächst zwingend ein Einigungsversuch durchzuführen, dann schließt sich ein zweistufiges gerichtliches Insolvenzverfahren an.

 
 

1. Phase Privatinsolvenz Ablauf

Der Einigungsversuch

Jeder Schuldner ist zunächst verpflichtet, andere Wege der Entschuldung zu versuchen, so kann zum Beispiel versucht werden, dass die Gläubiger auf die Forderungen verzichten, oder wenigstens, dass diese mit einem Teilbetrag – bereitgestellt von dritten Personen – sich zufrieden geben.
Der Gesetzgeber wollte mit der Regelung erreichen, dass die ca. 6 Millionen überschuldeten Privatpersonen in Deutschland nicht alle beim Insolvenzgericht vorstellig werden und Insolvenz anmelden. Die Gerichte würden völlig überfordert. Im Gegensatz zum Unternehmer, also im Gegensatz zu selbstständigen Personen, muss der Verbraucher – also alle Arbeitnehmer, Rentner, nicht Erwerbstätige usw. – diesen Einigungsversuch vor der Beantragung der Privatinsolvenz durchführen.
Wenn der Einigungsversuch erfolgreich verläuft, dann wird die Privatinsolvenz vermieden und die Gerichte entlastet. Bei erfolgreichem Einigungsversuch – auf den sich Rechtsanwalt Heckmann und sein Team spezialisiert hat – werden die Schulden erlassen. Sofern die Möglichkeit besteht, also noch ein Teil der Schulden von Dritten bezahlt werden kann, versuchen wir immer, einen erfolgreichen Einigungsversuch durchzuführen.
Sofern keine erfolgreiche Einigung erreicht werden kann, darf Privatinsolvenz angemeldet werden.
Der Einigungsversuch endet also mit einem erfolgreichen Vergleich oder der entsprechenden Scheiternsbescheinigung gemäß § 305 InsO, mit der das gerichtliche Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt werden kann.

2. Phase Privatinsolvenz Ablauf

Das gerichtliche Insolvenzverfahren

Der gerichtliche Privatinsolvenz Ablauf unterteilt sich in zwei Abschnitte, das eigentliche Insolvenzverfahren und die Wohlverhaltensphase. Die beiden Abschnitte sind zusammen sechs Jahre lang, wobei die Dauer der Abschnitte unterschiedlich sein kann. Sofern das Insolvenzverfahren zum Beispiel zwei Jahre andauert, folgt eine vierjährige Wohlverhaltensphase. Ist das Insolvenzverfahren nach einem Jahr abgeschlossen, so beträgt die Wohlverhaltensphase fünf Jahre. In Summe dauert das Verfahren in der Regel sechs Jahre.
Ab dem 1. Juli 2014 hat der Schuldner die Möglichkeit, das Verfahren auf fünf bzw. drei Jahre zu verkürzen, sofern entweder die Verfahrenskosten voll ausgeglichen werden (innerhalb von fünf Jahren) oder zusätzlich 35% der Schulden innerhalb von drei Jahren ausgeglichen werden, dann wird das Verfahren auf Antrag auf drei Jahre verkürzt. Wenn der Schuldner also z.B. ein sehr hohes Einkommen hat und beim Privatinsolvenz Ablauf monatlich hohe Beträge abgeführt werden, dann endet das Verfahren ggf. nach drei Jahren.
Im gerichtlichen Insolvenzverfahren werden Vermögenswerte des Schuldners verwertet, der pfändbare Teil des Einkommens (siehe Pfändungsfreibetrag) abgeführt, die Schulden festgestellt und deren Erlass angekündigt. Mit diesem grichtlichen Erlassbeschluss endet das gerichtliche Insolvenzverfahren und die Wohlverhatensphase beginnt.
In allen Phasen beim Privatinsolvenz Ablauf werden Schuldner durch Rechtsanwalt Heckmann und sein Team betreut und beraten – in Berlin und Deutschlandweit. Hier wird – auf Wunsch des Schuldners – sämtliche Korrespondenz mit dem Insolvenzgericht geführt, wo auch immer.

3. Phase Privatinsolvenz Ablauf

Die Wohlverhaltensphase

Der Schuldner hat während der Wohlverhaltensphase ausschließlich die Pflicht, den pfändbaren Teil der Einkünfte an den Treuhänder abzuführen. Der pfändbare Einkommensteil ist das gesetzliche Nettoeinkommen abzüglich dem Pfändungsfreibetrag. Das bedeutet, dass wenn dieser zum Beispiel ein Kind hat und 1.700,- € netto verdient, der Schuldner gemäß Pfändungstabelle den Betrag von 69,75 € monatlich abführen muss und dann nach Ablauf der Privatinsolvenz schuldenfrei sein wird.
Allerdings – dies dürfte aufgrund der Mittellosigkeit des Schuldners selbstverständlich sein – sind nicht nur die Schulden nach dem Verfahren erlassen, auch vorhandene Werte hat der Schuldner – neben dem pfändbaren Teil des Einkommens – in der ersten gerichtlichen Phase abzugeben.
Nach dem dritten, fünften oder sechsten Jahr werden sämtliche Schulden in der Regel erlassen. (Restschuldbefreiung)

Weitere Fragen zum Ablauf der Privatinsolvenz?

In allen Phasen der Privatinsolvenz werden wir Sie gerne beraten und vertreten.

Egal, ob Sie selbst betroffen sind oder einfach nur weiterführende Fragen haben, das Team der Anwaltskanzlei Heckmann und Rechtsanwalt Jan Heckmann persönlich helfen Ihnen gerne weiter – deutschlandweit – gleichgültig, ob Sie in Berlin wohnhaft sind oder z.B. eine Schuldnerberatung in Düsseldorf oder Frankfurt wünschen. Rufen Sie uns einfach unverbindlich an (Tel.: (030) 4050 4030) oder nehmen Sie bequem online Kontakt zu uns über das Kontaktformular auf. Gemeinsam finden wir eine Lösung für Ihr Problem!