Kosten des Rechtsanwalts nach dem RVG

Die Kosten des Rechtsanwalts untergliedern sich grundsäzlich in Kosten für die anwaltliche Beratung (I) und in die Kosten für nach außen gerichtete Tätigkeiten, die anwaltliche Vertretung (II), so wie in Kosten des Rechtsanwalts für eine gerichtliche Vertretung (III).
Die Kosten für außergerichtliche Tätigkeiten (I+II) richten nach dem Gegenstandswert (Wertgebühren, § 2 RVG), können aber frei vereinbart werden. Kosten für gerichtliche Tätigkeiten sind vom Gesetz vorgegeben und richten sich immer nach dem Wert des Streitgegenstands.

Wir vereinbaren grundsätzlich pauschale Gebühren für die außergerichtliche Tätigkeit (§ 34 RVG). Diese Pauschale kann aufgrund der besonderen Spezialisierung oft unter den gesetzlichen Gebühren angesetzt und ggf. in Raten abgezahlt werden.

Anwaltskosten für Rechtsberatung

Grundsätzlich richten sich Anwaltskosten nach dem Charakter der Tätigkeit (Beratung oder Vertretung nach außen oder gerichtliche Vertretung) und nach dem Wert des Streitgegenstands.

Wenn sich eine Beratungstätigkeit auf einen Sachverhalt bezieht, der einen hohen Streitwert bzw. Gegenstandswert hat, dann sind auch die Kosten für eine entsprechende anwaltliche Beratung dem Wert angepasst. Das können nur 50,00 EUR sein, aber auch bedeutend höhere Beträge.

Für eine erste Beratung gibt es dabei Obergrenzen. Diese liegen für die Beratung eines Verbrauchers bei zurzeit 190,- EUR zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer, siehe § 34 RVG.

Hier werden diese Maximalgebühren für ein Beratungsgespräch nur selten abgerechnet. Sofern der Mandant darum bittet, ist auch ein kostenfreies Informationsgespräch mit dem Anwalt vorab möglich. Sollte jedoch in eine anwaltliche Beratung übergegangen werden, müssen die Leistungen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) abgerechnet werden. Dazu ist der Anwalt grundsätzlich verpflichtet.

Bei der strafrechtlichen und zivilrechtlichen Beratung (Insolvenzverschleppung, Bankrott, Insolvenzanfechtung u.a. Anfechtungssachen nach der Insolvenzordnung, Geschäftsführerhaftung nach § 64 GmbHG etc.) wird eine erste Beratungsgebühr von in der Regel 120,- EUR erhoben, zu den Anwaltskosten in Entschuldungssachen (Kosten der Einleitung der Privatinsolvenz oder Herbeiführung eines Vergleichs) lesen Sie bitte hier.

Anwaltskosten für die Rechtsvertretung gegenüber anderen

Für die Vertretung gegenüber Dritten, also für die Wahrnehmung eines Rechtsgeschäfts, fällt die sogenannte Geschäftsgebühr an. Das ist immer dann der Fall, wenn wir mit anderen kommunizieren und den Willen des Mandanten gegenüber Dritten regeln und durchsetzen. Diese Geschäftsgebühr richtet sich, wie oben ausgeführt, nach dem Wert des Gegenstands. Die Gebührentabelle kann dabei aus § 13 RVG abgeleitet werden.

Sofern ein Einigungsversuch gem. §305 InsO durchgeführt wird oder die Privatinsolvenz eingeleitet werden soll, werden nicht vom Wert abhängige pauschale Gebühren vereinbart, die oft unter den gesetzlichen Gebühren liegen, siehe hier.

In Ausnahmefällen wird mit dem Mandanten ein Zeithonorar vereinbart (in der Regel in Strafsachen wie Insolvenzverschleppung, Bankrott, Geschäftsführerhaftung, Anfechtungssachen etc.).

Beratungshilfe beim Amtsgericht beantragen

Sollte der Mandant sehr geringes Einkommen haben oder etwa Sozialhilfe bzw. Arbeitslosengeld II beziehen, kann dieser beim Amtsgericht des Wohnortes einen Beratungshilfeschein beantragen. Wir werden dann gerne gegen eine Beratungshilfegebühr von 15,- EUR ohne Erhebung weiterer Gebühren tätig.
P.S. Tipps zur Beantragung von Beratungshilfe gibt es hier: akademie.de

Anwaltskosten für die gerichtliche Vertretung

In gerichtlichen Verfahren dürfen Gebühren nicht vereinbart werden. Hier richten sich die Gebühren streng nach dem Wert des Gegenstands. Bei Unklarheit über die Höhe der anwaltlichen Gebühren können diese vom Gericht festgesetzt werden.

Während die Beratungshilfe für die außergerichtliche Tätigkeit gewährt wird, kann in gerichtlichen Verfahren bei entsprechender Bedürftigkeit Prozesskostenhilfe gewährt werden.